Produktion und Industrie
Outsourcing in der Produktion
neben Zeitarbeit und fester Einstellung
Nach einer Reklamation muss eine ganze Lieferung sortiert werden, während die Linie weiterläuft. Beim Outsourcing in der Produktion übernimmt ein Partnerbetrieb die Sortierung als eigenen Auftrag. Fehlen dagegen Hände an der Linie, verstärken Leiharbeitskräfte Ihre Schicht. Für eine Dauerstelle kommt zudem die eigene Einstellung infrage. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wer die Arbeit anleitet und wer für das Ergebnis einsteht.
Ausgangslage
Eigener Auftrag oder Verstärkung an der Linie
Zuerst stellt sich die Frage, ob Ihrer Mannschaft Personal fehlt oder ob sich ein ganzer Arbeitsschritt aus dem Ablauf herauslösen lässt. Oft zeigt schon der Arbeitsalltag an der Linie, welches Modell passt.
Ihr Meister teilt die Arbeit ein und die neuen Kräfte stehen neben Ihren Beschäftigten an der Linie.
Zeitarbeit
Ein Los soll fertig zurückkommen, gezählt, sortiert oder montiert, und der Partner plant sein Team selbst.
Werkvertrag
Die Stelle bleibt dauerhaft bestehen, etwa für einen Anlagenführer in der dritten Schicht.
Personalvermittlung
Outsourcing in der Fertigung bedeutet, dass Sie ein Ergebnis oder eine abgegrenzte Tätigkeit einkaufen. Was als erledigt gilt, legt beim Auslagern von Prozessen die Leistungsbeschreibung fest. Wie viele Leute der Partner dafür braucht, entscheidet er selbst. Bei der Zeitarbeit bezahlen Sie dagegen Einsatzstunden von Kräften, die Ihr Betrieb anleitet.
Wir sind weder Produktionsbetrieb noch Verleiher. Mit Ihrer Zustimmung geben wir den Bedarf an Personaldienstleister und Partnerbetriebe weiter, deren Angebote Sie anschließend selbst annehmen oder ablehnen.
Teilprozesse
Outsourcing einzelner Produktionsschritte an Partnerbetriebe
Geeignet sind Arbeitsschritte mit festem Anfang und Ende, deren Ergebnis sich zählen oder abnehmen lässt. Typisch für das Outsourcing in der Fertigung sind Vormontage, Sortierung und Verpackung.
Karte 01
Vormontage von Baugruppen
montierte Baugruppen in vereinbarter Menge nach Ihrer Zeichnung oder Montageanleitung.
Einzelteile, Prüfvorgaben und ein abgegrenzter Montageplatz oder die Anlieferung an den Standort des Partners.
Karte 02
Sortieren und Nacharbeit nach Reklamationen
sortierte und nachgearbeitete Teile mit dokumentiertem Ergebnis, getrennt nach Gutteilen und Ausschuss.
Fehlerbild, Grenzmuster und die Freigabe, welche Nacharbeit zulässig ist.
Karte 03
Verpacken und Konfektionieren
versandfertige Einheiten nach Verpackungsvorschrift, etwa Sets, Displays oder Ersatzteilbeutel.
Packmittel, Stückzahlen je Auftrag und Ihre Vorgaben für Etiketten.

Vertraglich läuft das Outsourcing solcher Schritte in der Regel über einen Werkvertrag. Er passt, wenn der Partner eigene Vorarbeiter mitbringt und das Ergebnis messbar ist. Schuldet der Partner nur eine laufende Tätigkeit ohne festes Ergebnis, etwa den Werkschutz am Tor, kommt ein Dienstvertrag infrage. In beiden Fällen richten Sie Vorgaben zum Auftrag an den Vorarbeiter des Partners und nicht an dessen Beschäftigte. Stammt der Auftrag aus einem Projekt Ihres eigenen Kunden, arbeitet der Partner als Subunternehmer für Sie.
Schichtbetrieb
Zeitarbeit in der Industrie für Ihr Schichtmodell
Ist der Arbeitsschritt eng mit Ihrer Linie verzahnt, lässt er sich kaum herauslösen. Dann führt der Weg in der Regel über Zeitarbeit in der Produktion. Der Verleiher braucht diese Angaben für jede Schicht, also für Früh-, Spät- und Nachtschicht.
- Frühschicht Zahl der Kräfte und ihre Arbeitsplätze an der Linie
- Spätschicht Übergabe zwischen den Schichten und zuständige Schichtleitung
- Nachtschicht Zuschläge, Pausen und Ansprechpartner im Werk
Arbeitgeber der Leiharbeitskräfte bleibt ein Verleiher mit Erlaubnis der Bundesagentur für Arbeit. Die Anweisungen im Werk gibt Ihre Schichtleitung. Die Gleichstellung mit Ihrer Stammbelegschaft gilt ab dem ersten Einsatztag, auch beim Entgelt. Ein Tarifvertrag der Zeitarbeit kann davon abweichen, beim Entgelt aber nur zeitlich begrenzt (§ 8 AÜG). Nennen Sie in der Anfrage auch Schichtzulagen und Prämien, die Ihre eigenen Beschäftigten erhalten. Den Vertrag zur Überlassung der Kräfte schließen Sie mit dem Verleiher.
Kräfte aus EU-Staaten, dem EWR und der Schweiz brauchen für Zeitarbeit keine Arbeitserlaubnis. Für Drittstaatsangehörige kommt Zeitarbeit nur infrage, wenn der Aufenthaltstitel jede Beschäftigung ohne Zustimmung der Bundesagentur erlaubt.
Mitbestimmung
Mitbestimmung des Betriebsrats beim Fremdpersonal
In vielen Industriebetrieben gibt es einen Betriebsrat. Sein Mitbestimmungsrecht beginnt schon, bevor die erste Leiharbeitskraft das Werk betritt.
Tagesordnung des Betriebsrats
- Zustimmung zum Einsatz Vor dem Einsatz eines Leiharbeitnehmers ist der Betriebsrat wie bei einer Einstellung zu beteiligen (§ 14 Abs. 3 AÜG, § 99 BetrVG).
- Erklärung des Verleihers Sie legen dem Betriebsrat auch die Erklärung des Verleihers vor, ob er die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung besitzt.
- Frist von einer Woche Verweigert der Betriebsrat die Zustimmung nicht binnen einer Woche schriftlich mit Gründen, gilt sie als erteilt.
- Schwellenwerte Bei Schwellenwerten des Betriebsverfassungsgesetzes zählen Leiharbeitnehmer im Einsatzbetrieb mit, ausgenommen § 112a.
Die Pflicht zur Beteiligung bei Einstellungen gilt in Unternehmen mit in der Regel mehr als zwanzig wahlberechtigten Arbeitnehmern. Unterrichten Sie den Betriebsrat mindestens eine Woche vor dem geplanten Einsatzbeginn. Bei einem echten Werkvertrag werden die Beschäftigten des Partners nicht Teil Ihrer Belegschaft. Über zeitlichen Umfang, Einsatzort und Aufgaben dieses Fremdpersonals ist der Betriebsrat dennoch nach § 80 Abs. 2 BetrVG zu unterrichten.
Festanstellung
Personalvermittlung für Industrie und Fertigung
Manche Lücken lassen sich weder mit einem Partner noch mit Leiharbeit dauerhaft schließen. Für Schlüsselstellen in der Fertigung lohnt sich meist die eigene Einstellung.
Anlagenführer
Steuert eine Fertigungsanlage, behebt Störungen und kennt die Produkte.
Schichtführer
Verteilt Arbeit, übergibt die Schicht und stimmt sich mit Qualitätssicherung und Instandhaltung ab.
Qualitätsprüfer
Misst Teile nach Prüfplan, sperrt Ware und dokumentiert Abweichungen.
Instandhalter
Wartet Maschinen und repariert sie, oft im Bereitschaftsdienst.
Eine Personalvermittlung in der Industrie spricht geeignete Fachleute an, sichtet Lebensläufe und stellt Ihnen Kandidaten mit deren Einwilligung vor. Danach führen Sie die Gespräche und schließen den Arbeitsvertrag als Arbeitgeber selbst. Das Honorar und eine Erstattung oder Nachbesetzung, falls das Arbeitsverhältnis in der Probezeit endet, regelt der Vermittlungsvertrag. Fällig wird das Honorar für die Suche nach Fachkräften meist erst mit der Einstellung.
Lebensmittel
Lebensmittelherstellung mit besonderen Hygienepflichten
Auch Molkereien, Feinkosthersteller und Betriebe der Fischverarbeitung suchen Personal für Abfüllung und Verpackung. Für Tätigkeiten mit bestimmten Lebensmitteln nach § 42 Abs. 2 IfSG gelten zusätzliche Hygieneregeln.
Belehrung durch das Gesundheitsamt Wer erstmals mit Milchprodukten, Feinkostsalaten oder Fisch arbeitet, braucht eine Bescheinigung des Gesundheitsamts. Bei Arbeitsbeginn darf sie nicht älter als drei Monate sein (§ 43 Abs. 1 IfSG).
Wiederholung im Betrieb Der Arbeitgeber belehrt nach Arbeitsbeginn sowie alle zwei Jahre und dokumentiert die Teilnahme.
Grenze bei Fleisch Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung dürfen in der Fleischwirtschaft nur eigene Beschäftigte übernehmen (§ 6a GSA Fleisch).
Legen Sie im Vertrag fest, wer die wiederkehrende Belehrung übernimmt. Fragen Sie außerdem nach Erfahrung in Kühlbereichen und mit Allergenkennzeichnung.
Anfrage
Was ein Angebot für Ihre Fertigung voraussetzt
Anbieter kalkulieren Outsourcing, Zeitarbeit oder Vermittlung erst, wenn sie Ihren Arbeitsschritt kennen. Für die Kalkulation brauchen sie Angaben zu Produkt, Menge, Schicht, Qualifikation und Standort.
Pos.Benennung
10Produkt, Werkstoff und Arbeitsschritt
20Menge je Auftrag oder Zahl der Arbeitsplätze je Schicht
30Schichtmodell, Beginn und voraussichtliche Dauer
40Qualifikation, Maschinen und Prüfmittel
50Standort und gewünschte Vertragsform
